NEU: Gondel-Modell mit Flugmotor des Parseval Luftschiffes (1909)

Konstruktion von Ferdinand Porsche / Austro-Daimler

Ferdinand Porsche gilt neben der Entwicklung von Rennwagen auch als Pionier in der österreich-ungarischen Militärluftfahrt. 1909 führte das Reichkriegsministerium Lenkballone in der k. u. k. Armee ein und baute einen Militär-Luftschiffhafen in Fischamend. Am 26. November 1909 erfolgte die erste Probefahrt des Militärluftschiffes M.I – auch „Parseval“ nach dem Design des preußischen Majors August von Parseval benannt. Den 70 PS 4-Zylinder-Motor mit dreiflügeliger Luftschraube und den Rohrrahmen der Gondel lieferte der Technische Direktor von Austro-Daimler, der junge Ingenieur Ferdinand Porsche. Er gehörte neben Oberleutnant Berlepsch, Oberingenieur Kiefer und Hauptmann Hinterstoisser auch mit zur Besatzung bei der ersten Fahrt des Parseval-Luftschiffes.

Wien 2., Praterstern (1909) © ÖNB

Am 28. November 1909 wurde die Schnelligkeit des Parseval getestet. Mit 44,5 km/h bestand das Luftschiff die Prüfung mit Bravour und fuhr zunächst nach Schwechat und dann Richtung Wien weiter, wo es den Stephansdom umkreiste und dann über Schönbrunn nach Fischamend zurückfuhr. Nach Erzählungen hätte Kaiser Franz Joseph den Lenkballon mit einem Fernglas von der Hofburg aus beobachtet und war ebenso wie die Bevölkerung sehr beeindruckt. Zwischen 26. November und 23. Dezember 1909 fuhr das Luftschiff 16 mal aus und legte über 800 km zurück. Bis 1912 wurde Parseval zwei Mal demontiert und eingelagert und dann wieder für problemlose Übungsfahrten bis nach Graz, Pressburg, Brünn und Budapest ausgefahren. Nach 1912 verliert sich die Spur des ersten Luftschiffes, das auch das “Längstdienende” unter den insgesamt vier k. u. k. Lenkballonen (M.II “Lebaudy” 1910 mit 100 PS Austro-Daimler-Motor, M.III “Körting”, M.IV “Boemches) war.

Der Austro-Daimler-Flugmotor war Vorbild für den ersten serienmäßig gefertigten Aeroplanmotor der Welt – den Austro-Daimler Typ 6 (AD-6), der ab 1913 bereits 120 PS (88 kW) bei einer Drehzahl von 1200/min aufwies.

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Quellen

Ludvigsen, Karl (2014): Professor Porsche’s Wars, Pen Sword Military.
Ster, Rudolf/Ringl, Reinhard (2017): Die k. u .k. Militär-Aeronautische Anstalt Fischamend, Carinaverlag.
Blasi, Walter/Tötschinger, Bernhard (2017): Die k. u. k. Luftfahrttruppen, W-H Edition Winkler-Hermaden.
Wikipedia (2019), Austro-Daimler

Bildnachweis:
1. Titelbild, Parseval M.I © Archiv fahr(T)raum
2. Bild, Wien 2, Praterstern (1909) © Österreichische Nationalbibliothek, 134.904B/C